Doha ist irgendwie surreal für uns Europäer. Es ist eine Wüstenstadt in der scheinbar alles erst vor kurzem errichtet wurde. In den 1970er Jahren wurden alte Stadtteile komplett geschliffen, um Platz für neue Bauten zu machen. Der Souq Waqif (Markt) wirkt dabei als Altstadt, dabei ist dieser 2003 beinahe vollständig abgebrannt und wurde 2006 wieder originalgetreu aufgebaut, also wissen die Qataris zumindest, wie man alte Bauten erhalten bzw. renovieren oder wieder aufbauen kann.

Vorplatz des Souq Waqif bei Nacht. Die einzige Tageszeit, wo viele Menschen zu sehen sind.

Wir sind mit QatarAirways von Wien nach Doha geflogen. Der Flug war recht angenehm. Wir hatten neben uns noch einen freien Platz und die Beinfreiheit war auch gegeben. Die Stewardessen waren sehr freundlich, das Essen hat gut geschmeckt und der Flug ist pünktlich gelandet.

Unser Hotel war, obwohl in keiner jungen Entwicklungsgegend, von Baustellen umgeben. Die Stadt ist für Autos gebaut. Auf Fußgänger wird keine Rücksicht genommen. Hin und wieder gibt es zwar Ampeln für Fußgänger, diese funktionieren aber nicht. Brav wie wir sind, blieben wir ungefähr 10 Minuten an einer Ampel stehen und haben auf Grün gewartet. Irgendwann sind dann 3 junge Männer daher gekommen und sind halt einfach so über die Straße. Das haben wir als Chance genutzt und haben sie "begleitet".

Ausblick aus unserem Hotelzimmer. Hochhäuser und Baustellen soweit das Auge reicht.

Also, wie erkundet man Doha am besten, wenn man nur wenig Zeit hat und es zu Fuß nicht so geeignet ist? Wir haben uns für die sehr touristische Option entschieden und sind mit dem Hop-on Hop-off Bus gefahren. Allerdings sind wir nirgends ausgestiegen, weil es an den einzelnen Stationen nichts zu sehen gibt. Die Stops sind eher bei großen Hotels in der Nähe und der Bus dient als Transportmittel für diese Hotelgäste, falls sie nicht mit den Hotelshuttles gefahren werden wollen.

Wieso der Touristenbus als Transportmittel gilt? Tja, Doha hat noch kein öffentliches Netzwerk. Das Metro Netz ist seit Jahren in Bau, die Eröffnung wird allerdings immer wieder verschoben. War es vor kurzem noch Dezember 2018 ist es mittlerweile schon Oktober 2019. Es wird also interessant, ob das Netwerk bis zur Fußball WM 2020 eröffnet wurde. Ansonsten könnte das in einem großen Chaos und viel Stau enden.

Stau, ja das ist ein tägliches Event auf den Straßen von Doha. Es gibt angeblich öffentliche Busse, wir können uns allerdings nicht wirklich daran erinnern, jemals einen gesehen zu haben. Alles was man auf den Straßen sieht, sind viele viele Autos (meist hell und groß) und die hellblauen/türkisen Karwa-Taxis.

Bezüglich Taxi Fahren. Wir hatten auf der Hinfahrt vom Flughafen wohl einen der uns zu viel berechnet hat. Wir wussten aber auch nicht, was als Fahrgast unsere Rechte sind. Da waren wir einfach schlecht informiert. Generell liest man im Internet sehr viel darüber, dass die Taxi Gesellschaft sehr daran arbeitet, Betrügern als Fahrer keine Chance zu geben. Es gibt eine App für die staatlichen Taxis, die ähnlich funktioniert wie die vom bekannten Uber. Und wenn das Taximeter nicht eingeschalten wird, muss der Fahrgast laut Kleingedrucktem die Fahrt nicht bezahlen. Wie das dann in der Praxis verläuft und ob die Polizei da oft gerufen wird, weil ein Fahrer den Gast nicht so einfach davon gehen lässt, wissen wir nicht.

Hat man etwas mehr Zeit in Doha zur Verfügung und einfach andere Flugzeiten, könnte man auch eine Wüstensafari mit einem Allrad-Fahrzeug, eine Tour zum Kamelreiten oder Kamelrennen oder eine Falknerei-Tour machen. Bei unseren Flugzeiten hat das alles leider nicht so gut gepasst, vielleicht beim nächsten Mal.

STAU! Wir waren am späten Nachmittag auf dem Weg zurück ins Zentrum, die andere Fahrbahn stand komplett.